Angesichts steigender Eigenanteile für einen Platz im Pflegeheim fordern die Ersatzkassen in Niedersachsen, weitere Kostensteigerungen wirksam zu begrenzen. „Wenn nicht endlich gegengesteuert wird, müssen immer mehr Heimbewohner Sozialhilfe beantragen“, sagte der Landesleiter des Verbands der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen, Hanno Kummer, am Donnerstag in Hannover.
Das Problem des starken Preisanstiegs sei seit Jahren bekannt, dennoch sei eine Lösung weiterhin nicht in Sicht, kritisierte Kummer. „Die jüngsten Ausführungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe ‚Zukunftspakt Pflege‘ sind vage und stimmen wenig optimistisch, dass die finanzielle Belastung für pflegebedürftige Heimbewohner wirksam begrenzt wird.“
Nach aktuellen Zahlen des AOK-Bundesverbandes sind die Eigenanteile wegen Tariferhöhungen in der Pflege und der Inflation weiter deutlich gestiegen. Wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag) berichtete, kletterte der Betrag, den die Pflegebedürftigen im ersten Jahr des Heimaufenthalts selbst aufbringen müssen, zwischen Juni und Ende Dezember 2025 im Bundesdurchschnitt um 112 Euro auf monatlich 3.204 Euro.
Die höchsten Eigenanteile sind mit 3.528 Euro in Nordrhein-Westfalen zu zahlen, die niedrigsten mit 2.661 Euro in Sachsen-Anhalt. Auch in Niedersachsen setzte sich der Preisanstieg nach vdek-Angaben fast ungebremst fort: Pflegebedürftige müssten hier derzeit im ersten Jahr ihres Aufenthaltes eine Zuzahlung von durchschnittlich 2.903 Euro pro Monat leisten, hieß es. Das seien 264 Euro und damit zehn Prozent mehr als vor einem Jahr und 60 Prozent mehr als vor vier Jahren.
Kummer bilanzierte: "Wir sind weiter denn je davon entfernt, dass der Eigenanteil für einen Heimaufenthalt aus einer Durchschnittsrente bezahlt werden kann.