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Statistik: Jedes siebte Kind hierzulande von Armut gefährdet

Kinderarmut bleibt ein drängendes Problem: Die Quote der Minderjährigen, die von Armut bedroht sind, steigt erneut. Die Statistik zeigt zudem große Unterschiede je nach Bildung und Einwanderungsgeschichte.

15,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten hierzulande als armutsgefährdet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Dies entspreche gut 2,2 Millionen Menschen und insgesamt jeder siebten Person unter 18 Jahren. Ähnlich wie in der Gesamtbevölkerung sei die Armutsgefährdungsquote in dieser Gruppe damit zuletzt gestiegen: 2023 habe sie noch bei 14,0 Prozent gelegen.

Der Wert liegt den Angaben zufolge unter dem Durchschnitt der Europäischen Union, wo 19,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen sind. Nach der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen, auf die sich die Statistiker beziehen, gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.

Das Nettoäquivalenzeinkommen ist ein gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen, das das Einkommen von Personen unter Berücksichtigung von Haushaltsgröße und -zusammensetzung vergleichbar macht. Es ergibt sich aus dem Gesamteinkommen eines Haushalts sowie der Anzahl und dem Alter der von diesem Einkommen lebenden Personen.

2024 habe die Armutsgefährdungsschwelle für eine alleinlebende Person bei 1.381 Euro pro Monat gelegen, heißt es weiter. Ein Alleinerziehenden-Haushalt mit einem Kind unter 14 Jahren galt folglich als armutsgefährdet, wenn ihm weniger als 1.795 Euro netto im Monat zur Verfügung atanden. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren traf dies bei weniger als 2.900 Euro netto zu.

Stärker von Armut gefährdet sind demnach Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss sowie Minderjährige mit Migrationsgeschichte. Wenn die Eltern etwa über einen Haupt- oder Realschulabschluss ohne beruflichen Abschluss verfügten, lag die Armutsgefährdungsquote ihrer Kinder bei 41,8 Prozent, so das Statistikamt. Bei einem höheren Bildungsabschluss der Eltern, etwa einem Meistertitel oder einem abgeschlossenen Studium, waren 7,2 Prozent des Nachwuchses von Armut bedroht.

Unter Kindern und Jugendlichen mit Einwanderungsgeschichte betrifft diese Gefahr 31,9 Prozent – ohne Migrationshintergrund sind es in derselben Altersgruppe 7,7 Prozent.