In der Diskussion um die Abschaffung der Staatsleistungen an die Kirchen kritisieren Schleswig-Holstein und Hamburg die Pläne der Bundesregierung. Es sei „ein Affront“, das entsprechende Gesetz so zu gestalten, dass keine Zustimmung der Länder im Bundesrat gebraucht wird, teilte eine Sprecherin der schleswig-holsteinischen Landesregierung mit. Das Vorhaben berühre die Länderinteressen „in höchstem Maße“.
Die Bundesländer zahlen der evangelischen und der katholischen Kirche jährlich sogenannte Staatsleistungen. Das sind Kompensationen für frühere Enteignungen von Kirchengütern. Viele Landesregierungen lehnen eine Ablösung der Staatsleistungen ab, vor allem weil die Länder den Kirchen dann Ablösesummen in Milliardenhöhe zahlen müssten. Die Berliner Ampel-Koalition hatte vergangene Woche angekündigt, im Herbst ein Gesetz zur Ablösung auf den Weg zu bringen. Es soll so gestaltet sein, dass die Länderkammer nicht zustimmen muss.
