Der in Hannover lebende Künstler Sven-Julien Kanclerski wird am Freitag mit dem niedersächsischen Sprengel Preis 2025 gewürdigt. Zeitgleich wird eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des ehemaligen Meisterschülers der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste eröffnet, wie das Sprengel Museum in Hannover am Donnerstag mitteilte. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Die Summe setzt sich aus 12.500 Euro für den Sprengel Preis und einem Reise-Stipendium in gleicher Höhe zusammen. Kanclerski habe das Stipendium für einen Arbeitsaufenthalt in Rumänien genutzt, hieß es.
Kanclerski schaffe in unterschiedlichen Medien wie Fotografie und Installation künstlerischen Arbeiten, die von einem „bewusst hergestellten Zwischenzustand“ geprägt seien, erläuterte das Museum. Bekanntes werde verfremdet, verliere seine eindeutige Funktion und öffne sich für neue, vieldeutige Lesarten.
Im Rahmen seines aktuellen Projekts, das bei Erkundungen in Rumänien entstand, fotografierte Kanclerski verschiedene Objekte, Spuren und Alltagssituationen. Diese Beobachtungen dienten ihm als Ausgangspunkt für seine Stipendiaten-Ausstellung im Sprengel Museum. Gezeigt werden dort Installationen und Skulpturen, „die Fragen zu Nachhaltigkeit, kultureller Aneignung und industrieller Verantwortung aufwerfen“, wie es hieß. Kanclerski untersuche, wie Materialien im Alltag zirkulieren, ihre Bedeutung verändern und neue Formen „zwischen improvisierter Zweckmäßigkeit und poetischer Transformation“ annehmen.
Der Sprengel Preis wurde 1979 von dem Kunstsammler und Schokoladen-Fabrikanten Bernhard Sprengel initiiert. Er wird gemeinsam von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Land Niedersachsen an bildende Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen vergeben. Durch das begleitende Reisestipendium soll der Preis Impulse für den Kulturaustausch in Europa setzen.