Die spendenfinanzierte Rekonstruktion der historischen Marienbrücke in Gera steht vor dem Baustart. Mit einer zusätzlichen Spende der örtlichen Sparkasse seien nun die Mehrkosten gedeckt, die für bauvorbereitende Arbeiten aufgewendet werden müssen, teilte der Verein Stadtwaldbrücken am Mittwoch mit. Zuvor habe die Bauaufsicht den Initiatoren des Projekts aus Sicherheitsgründen untersagt, diese Arbeiten mit ehrenamtlichen Kräften auszuführen.
Mit der zusätzlichen Spende können den Angaben zufolge jetzt die ungeplanten Mehrkosten in Höhe von 10.000 Euro getragen und eine Fachfirma beauftragt werden. Der Baustart der Arbeiten könne wie geplant am Samstag stattfinden.
Der angestrebte Neubau ist nach Vereinsangaben bereits der dritte Anlauf, den zwölf Meter hohen Taleinschnitt im Geraer Stadtwald zu überbrücken. Erstmals wurde die Marienbrücke 1885 in einer Länge von 35 Metern ausgeführt. Im Jahr 1913 wurde das teilweise morsch gewordene Bauwerk durch eine Brücke von rund 44 Metern Länge ersetzt. Die Marienbrücke liegt auf dem Luther-Wanderweg, der in seiner Verlängerung bis zum Geraer Tierpark und Schloss Osterstein führt.
Bis 1946 hatte das zweite Brückenbauwerk den Graben überspannt. Dann war sie im sogenannten Hungerwinter des zweiten Nachkriegsjahres zur Feuerholzgewinnung abgebaut worden. Die Gesamtkosten des nun angeschobenen Projekts zur Rekonstruktion der Brücke von rund 44 Metern Länge belaufen sich auf 250.000 Euro. Die Materialkosten in Höhe von mindestens 100.000 Euro sollen rein aus Spendengeldern finanziert werden.