Holperwege für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen: Der Sozialverband VdK sieht auf Weihnachtsmärkten massive Hürden für Menschen mit Handicap. Und schlägt Nachbesserungen vor.
Kopfsteinpflaster, enge Gassen und unmarkierte Hindernisse – der Sozialverband VdK beklagt viele Hindernisse auf Weihnachtsmärkten für Menschen mit Behinderungen. Von den rund 3.250 Weihnachtsmärkten in Deutschland gälten weniger als ein Prozent als barrierefrei, kritisierte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Wochenende in Berlin. Barrierefreiheit dürfe nicht länger als freiwillige Kür behandelt werden. Weihnachtsmärkte sollten “Orte eines gemeinsamen Erlebens” sein und nicht “Orte der Ausgrenzung”.
“Für die Rollstuhlfahrerin, den Senior mit Rollator oder die Mutter mit Kinderwagen ist der Weg über holpriges Kopfsteinpflaster und durch zu enge Gassen gleichermaßen ein Problem”, so Bentele. Zudem fänden sich auf den meisten Weihnachtsmärkten nur wenige Sitzmöglichkeiten, was für ältere oder kranke Menschen ein Problem sein könne. Auch gut sichtbare Behindertenparkplätze oder barrierefreie Toiletten fehlten oft. “Blinde und sehbehinderte Menschen wiederum stoßen auf unmarkierte Hindernisse, es fehlen Leitsysteme oder Übersichtspläne.” Auch mache die Geräuschkulisse eine Orientierung fast unmöglich.
Laut der VdK-Präsidentin gibt es auch ermutigende Entwicklungen: Immer mehr Weihnachtsmärkte in Deutschland integrierten eine sogenannte stille Stunde – meist am frühen Nachmittag. Das Angebot richte sich an Menschen mit erhöhter Geräusch- und Reizsensibilität – etwa bei Autismus, ADHS oder Angststörungen. Dies zeige, dass Rücksichtnahme und Inklusion auch ohne große Umbauten möglich seien.