Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen hat am Mittwoch sein aktuelles „Schwarzbuch sozial“ mit den größten Ungerechtigkeiten aus seinem Beratungsalltag vorgestellt. „Die Fälle, die unsere Beraterinnen und Berater tagtäglich auf den Schreibtisch bekommen, lassen einem oft die Haare zu Berge stehen“, schreiben Dirk Swinke und Dirk Kortylak aus dem SoVD-Vorstand in ihrem gemeinsamen Vorwort. Das Werk trage erneut mehr als 20 Beispiele zusammen.
In den Fallbeispielen würden unter anderem Anträge in Behörden verschlampt, und Kindern mit einer Behinderung werde ihr Recht auf Teilhabe verwehrt. Krankenkassen weigerten sich, selbst geringe Beträge zu übernehmen, und Betroffenen werde abgesprochen, wirklich krank zu sein. Die Beispiele machten damit Probleme bei Rente, Pflege sowie Behinderung deutlich. Sie zeigten, wie Behörden sowie Kranken- und Pflegekassen mit Menschen umgingen: „Unfaire Entscheidungen sind dabei keine Seltenheit.“
Oft fußten Ablehnungen auf wirtschaftlichen Erwägungen, hieß es. Oft werde aber vergessen, dass persönliche Schicksale hinter den Akten stünden, betonen Swinke und Kortylak: „Und in vielen Fällen gibt es auch ungerechte politische Vorgaben.“ Das „Schwarzbuch sozial“ solle ein Anlass sein, um mit Politikerinnen und Politikern sowie Institutionen ins Gespräch zu kommen. Das Ziel müsse sein, dass soziale Gerechtigkeit wieder oben auf der politischen Agenda stehe.