Wer pflegt mich, wenn ich alt und krank bin - keiner? Nach Einschätzung von Sozialunternehmen reichen die Maßnahmen der Bundesregierung für eine gesicherte Pflegeversicherung nicht aus. Das zeigt eine Umfrage.
Eine sicher finanzierte Pflegeversicherung? Für eine deutliche Mehrheit der Sozialunternehmen reichen dafür die bisher geplanten Maßnahmen der Bundesregierung nicht aus. 93 Prozent der Verantwortungsträger von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen beurteilen diese als (eher) mangelhaft, wie aus einem aktuellen Trendbarometer im Auftrag der Sozialbank hervorgeht.
89 Prozent sehen demnach eine stabile Altersvorsorge gefährdet. Für 90 Prozent bleibt der Fachkräftemangel das drängendste Problem des Sozial- und Gesundheitssektors. Als Möglichkeit der Einsparung ohne Leistungskürzung nannten 100 Prozent den Abbau von Bürokratie und 75 Prozent die Digitalisierung.
Für die Untersuchung, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) exklusiv vorliegt, wurden im September und Oktober Vertreter von mehr als 1.200 Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen befragt, darunter Krankenhäuser und ambulante oder stationäre Pflegeeinrichtungen.
Grundsätzlich sind die Unternehmen laut Angaben mit Blick auf die eigene wirtschaftliche Lage etwas optimistischer als noch vor sechs Monaten. Dementsprechend ist der Anteil derjenigen gesunken, die für 2025 ein Jahresdefizit erwarten: von 44 Prozent der Befragten im Frühjahr auf 24 Prozent der Befragten im Herbst.
38 Prozent beurteilen ihre Situation als gut - ein Plus von 11 Prozentpunkten. Als Hauptgründe für die Verbesserung nannten die Befragten die hohe Nachfrage und Auslastung ihrer Einrichtungen. Auch sinkende Energiepreise hätten zur Entlastung beigetragen.
Ein knappes Drittel der Unternehmen sieht die digitalen Systeme nicht auf einen Katastrophenfall vorbereitet; ähnlich sieht es mit Notfallplänen aus. Dagegen beurteilen 65 Prozent der Befragten die Infrastruktur und Ausstattung in einem solchen Fall als sehr gut.
Zu den Hauptanteilseignern der Sozialbank gehören unter anderem die Caritas Stiftung Deutschland und die Stiftung Kronenkreuz (Diakonisches Werk), die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden.