Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) will trotz des finanziellen Drucks in den öffentlichen Haushalten das dichte Netz an Beratungsstellen im Freistaat erhalten. „Beratungsangebote sind unverzichtbar für unseren Zusammenhalt“, sagte Scharf dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch stehe die Staatsregierung klar zum Sozialstaatsprinzip. „Aber unser Sozialsystem ist zu komplex, zu intransparent und zu teuer geworden“, sagte Scharf: „Die Systeme haben sich zu sehr verselbstständigt.“
Weil viele Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden betrieben sind und diese immer größere Schwierigkeiten haben, den vorgeschriebenen Eigenanteil von in der Regel zehn Prozent beizusteuern, habe man reagiert, so die Ministerin. Seit Januar gebe es eine wichtige Änderung im Zuwendungsrecht: „Zum einen können sich Wohlfahrtsverbände Geldspenden auf den Eigenanteil anrechnen lassen.“ Zudem kann eben dieser Eigenanteil vollständig durch freiwillige Arbeitsleistung von Ehrenamtlichen erbracht werden.
Man setze „alle Hebel in Bewegung“, um den Eigenanteil auf ein Minimum oder auf null zu reduzieren, sagte Scharf. Man sehe bei den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie die großen finanziellen Herausforderungen, die durch steigende Austrittszahlen und sinkende Kirchensteuereinnahmen entstehen. Bei den Beratungsangeboten dürfe aus ihrer Sicht nicht gespart werden, erläuterte die Ministerin: „Besonders junge Menschen brauchen nach Corona verstärkte psychosoziale Beratung.“ (0230/25.01.2026)