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Sophie von der Tann für Grimme-Preis nominiert

Der Grimme-Preis würdigt 2026 journalistische Vielfalt. Neben Sophie von der Tann sind auch Golineh Atai und das Projekt „Das Damascus Dossier“ nominiert.

Die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann wurde für den Grimme-Preis nominiert
Die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann wurde für den Grimme-Preis nominiertimago / HMB-Media

Die ARD-Korrespondentin in Israel, Sophie von der Tann, ist für den Grimme-Preis nominiert. Wie das Grimme-Institut bekanntgab, steht die Journalistin gemeinsam mit Golineh Atai vom ZDF und dem Team des Projekts “Das Damascus Dossier” auf der Liste der Nominierten, die in der Kategorie Information und Kultur für eine besondere journalistische Leistung ausgezeichnet werden könnten.

Grimme-Preis: Nominierung für Berichterstattung aus Israel

Von der Tann steht den Angaben zufolge für ihre “hochpräzise und menschennahe Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete” zur Wahl. Im vergangenen Jahr hatte sie für ihre Arbeit bereits den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis bekommen, gemeinsam mit der ARD-Korrespondentin in Istanbul und Teheran, Katharina Willinger. Kritiker hatten von der Tann im Vorfeld der Preisverleihung Einseitigkeit und auch Antisemitismus vorgeworfen. Zahlreiche Verbände und Kollegen hatten sich daraufhin mit ihr solidarisiert und die Vorwürfe zurückgewiesen.

Atai wurde von der Nominierungskommission für ihre ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt gelobt. Das Team des Projekts “Das Damascus Dossier” vom NDR steht für eine den Angaben zufolge eindringliche Aufbereitung von Recherchen zu Gräueltaten des Assad-Regimes in Syrien zur Wahl.

Insgesamt wurden 71 Produktionen und Einzelleistungen für den 62. Grimme-Preis nominiert. Er wird in den Kategorien Information und Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend vergeben. Elf Nominierungen gehen in diesem Jahr an Privatsender und Streaminganbieter, darunter die Serie “Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage” von Sat.1, die Netflix-Doku “Babo – Die Haftbefehl-Story” und die Vox-Serie “Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz”.

Kommissionen sehen beim Grimme-Preis noch Lücken

“Die Nominierungen für den diesjährigen Grimme-Preis spiegeln eindrucksvoll die Vielfalt und Stärke des aktuellen Fernsehjahres wider”, sagte Cigdem Uzunoglu, Geschäftsführerin des Grimme-Instituts. Dennoch beklagen die Nominierungskommissionen in allen Kategorien Leerstellen und schöpften daher auch nicht immer die maximal mögliche Anzahl an Nominierungen aus. So bemängelte die Kommission Information und Kultur, dass die fortschreitende Klimakrise aus ihrer Sicht keine angemessene Bearbeitung gefunden habe. Außerdem fehlt der Kommission zufolge eine überzeugende, tiefe Berichterstattung über die politische Lage in den USA.

In der Kategorie Unterhaltung beklagte die Kommission fehlenden Mut zu innovativen Formaten und mangelnde Diversität in den Produktionen. Auch in den Formaten für Kinder und Jugendliche sind aktuelle Krisen der Kommission zufolge unterrepräsentiert. Politische Formate hätten auf Konfrontation statt auf Diskurs gesetzt. In der Kategorie Fiktion sah die Kommission einen Rückgang bei der Diversität der Stoffe.

Ab dem 31. Januar treten die Jurys des 62. Grimme-Preises zusammen und entscheiden über die Preisträger. Diese werden im März bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 24. April in Marl statt.