Sloweniens Religionsgemeinschaften gegen Suizidbeihilfe

Am 23. November stimmt Slowenien in einem mit Spannung erwarteten Referendum über die Legalisierung der Suizidbeihilfe ab. Die Religionsgruppen des Landes haben sich nun klar dazu positioniert.

Sloweniens Religionsgemeinschaften haben in einem gemeinsamen Appell vor einer Legalisierung der Suizidbeihilfe gewarnt. Der Aufruf, dem sich auch die katholische Kirche des Landes angeschlossen hat, wurde kurz vor einem Referendum am 23. November veröffentlicht. Bei der Abstimmung sollen die Slowenen über ein einschlägiges Gesetz entscheiden.

Die Religionsgruppen rufen die Bevölkerung zur Teilnahme auf. Zugleich sprechen sie sich gegen das geplante Gesetz aus. Wenn assistierter Suizid erlaubt sei, könnte die Gesellschaft anfangen, zwischen "würdigem" und "weniger würdigem" Leben zu unterscheiden, so der zentrale Einwand. Alte und kranke Menschen könnten als Belastung wahrgenommen werden.

Die Sterbehilfe-Debatte spaltet das Land schon seit Jahren. Bei einer Volksbefragung im vergangenen Jahr hatte sich eine Mehrheit von knapp 55 Prozent für eine Freigabe der Suizidbeihilfe ausgesprochen. Das Parlament in Ljubljana brachte in der Folge eine entsprechende Regelung auf den Weg. Gegner sammelten jedoch genügend Unterschriften, um eine bindende Volksabstimmung über das Gesetz zu erzwingen.

In Deutschland hatte das Bundesverfassungsgericht in einem Grundsatzurteil 2020 die Beihilfe zum Suizid für rechtens erklärt. Mehrere Gesetzesinitiativen zu neuen Regeln im Bundestag scheiterten jedoch.

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