Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) hat anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November dazu aufgerufen, angesichts gestiegener Fallzahlen konsequent gegen Gewalt an Frauen und Mädchen vorzugehen. „Jeder dieser Fälle ist einer zu viel“, sagte Touré laut Mitteilung ihres Ministeriums am Montag zum Start der Aktion „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in Kappeln an der Schlei.
In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 9.360 Opfer häuslicher Gewalt erfasst. Das entspreche einem Anstieg um 760 Opfer und damit um 8,8 Prozent. Weibliche Opfer machten mit einem Anteil von 71,4 Prozent den größten Teil aus.
Täter müssen laut Touré stärker in den Fokus genommen werden. Würden sie keine Gewalt ausüben, müssten Frauen nicht ihr Zuhause verlassen und der Staat müsste nicht „unzählige Millionen ausgeben, um männlicher Gewalt mit Schutzmaßnahmen zu begegnen“.
Die Aktion „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ wurde ins Leben gerufen, um die Nummer des Hilfetelefons für Opfer von Gewalt 08000/116016 bekannter zu machen. Die Initiative wird von Organisationen und Bäckereien unterstützt, die spezielle Tüten verteilen, um auf Hilfsangebote hinzuweisen und Solidarität zu zeigen.