Die “Mang”-Nase ist legendär. Der Lindauer Schönheitschirurg Werner Mang macht aber nicht jeden Trend auf seinem Gebiet mit und stellt sich gegen Schönheitswahn. “Schlauchbootlippen gehören auf den Bodensee.”
Werner Mang (74), Lindauer Schönheitschirurg, sieht den Grund dafür, dass schon Teenager zwischen 14 und 16 Jahren unzufrieden mit ihren Aussehen seien, im “Horror Internet”. Mit den sozialen Medien seien “gewisse Monster” erschaffen worden, sagte Mang der “Schwäbischen/Lindauer Zeitung” (Wochenende): “Die Zehnjährigen hängen alle am Handy, werden von Influencerinnen beeinflusst, nach dem Motto, wenn du gut aussiehst, kannst du viel Geld verdienen, wirst anerkannt und bist selbstbewusst. Wenn du Lippen aufspritzt und den Busen vergrößerst, kommst du privat und beruflich weiter.”
Mang hält davon nach eigenen Worten nichts: “Hände weg von Schönheitsoperationen vor dem 18. Lebensjahr, Schlauchbootlippen gehören auf den Bodensee und nicht ins Gesicht.” Zugleich räumte er ein, dass in der abendländischen Kultur zunehmend Wert auf Äußeres gelegt werde. Die Indikatoren hätten sich mit der Zeit geändert. Habe die Altersspanne in der Schönheitschirurgie vor 20 Jahren noch bei 18 bis 60 gelegen, kämen heute 14- bis 80-Jährige zu ihm.
Dabei sei Ausstrahlung noch immer wichtig, betonte Mang. Barbies Ken ist seiner Ansicht nach ein langweiliger Mensch, leblos und ohne Ausstrahlung. “Zu einem charismatischen und gut aussehenden Menschen gehören auch Intelligenz und Vitalität. Ich kann auch mit einem Höcker auf der Nase gut aussehen, man muss nicht alles glattbügeln.” Sich selbst schätzt Mang nicht als eitel ein. Er sei am Bodensee verwurzelt und stolz auf das Geleistete, zugleich charismatisch und selbstbewusst. Er wisse aber auch, manchmal undiplomatisch zu sein. “Und wenn ich einen Fehler gemacht habe, entschuldige ich mich.”