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Schlink: Trotz Kriegen und Umweltzerstörung Optimist bleiben

Bisher schrieb Beststellerautor Bernhard Schlink häufig über politische Themen wie NS-Zeit oder Kolonialismus. In seinem elften Roman “Das späte Leben” wendet er sich ins Persönliche. Und bleibt dennoch politisch.

Bestsellerautor Bernhard Schlink (“Der Vorleser”) will trotz der schwierigen Weltlage nicht resignieren. “Ich bleibe Optimist, indem ich nach wie vor wichtig finde, sich in der Welt und für sie einzusetzen, wo und wie auch immer”, sagte er in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). “Aber ob die Schwächung der Demokratie und das Erstarken der Sehnsucht nach dem Autoritären, die Unversöhnlichkeit in der Gesellschaft, der Hass und die Kriege, die Zerstörung von Klima und Natur aufgehalten werden können, weiß ich nicht”, so der emeritierte Juraprofessor und Verfassungsrechtler, dessen elfter Roman “Das späte Leben” gerade erschienen ist.

Darin geht es anders als in seinen früheren Büchern weniger um politische Themen als um die Beschäftigung mit dem Tod. Letztlich brauche es auch keine Stellungnahmen von Schriftstellern, “um die Furchtbarkeit der Kriege, die gegenwärtig geführt werden, und die Abscheulichkeit des Hasses, der gegenwärtig aufbricht, ins Bewusstsein zu bringen”, so der 79-Jährige. “Schriftsteller haben auch keine besondere Kompetenz, über kriegerische, politische und gesellschaftliche Konflikte zu urteilen – das können und tun alle Bürger und Bürgerinnen.” Vielmehr liege ihre besondere Kompetenz im Schreiben, “und alles im Leben ist Stoff fürs Schreiben”.