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Schleswig-Holstein verlangt mehr Hilfe für junge Pflegende

Sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen pflegen regelmäßig Familienangehörige oder Bekannte. Dabei brauchen sie mehr Unterstützung, findet Schleswig-Holsteins Sozialministerin. Auch der Bund sei in der Verantwortung.

Schleswig-Holsteins Landesregierung fordert vom Bund eine bessere Unterstützung für pflegende Kinder und Jugendliche. “Einige Kinder und Jugendliche erfahren schon in jungen Jahren, was es bedeutet, Verantwortung für ein Elternteil oder andere Familienangehörige zu übernehmen. Wir als Erwachsene müssen Angebote für diese jungen Menschen schaffen, die sie noch besser erreichen”, sagte Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) am Mittwoch im Landtag in Kiel. Angebote wie etwa Tagespflege oder mobile Pflegedienste könnten junge pflegende Angehörige unterstützen. Die Bedarfsplanung hierfür müsse im Bund überarbeitet werden.

Touré sprach sich zudem für bessere Online-Informationsangebote aus. “Wir müssen die Kinder und Jugendlichen dort erreichen, wo sie sind”, sagte sie. Laut Sozialministerium übernehmen rund sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland regelmäßig die Pflege von Familienangehörigen oder Bekannten. In Schleswig-Holstein gebe es verschiedene Unterstützungsangebote für diese Gruppe, etwa ein Pflege-Nottelefon für junge Menschen.