Schleswig-Holstein beschließt Investitionspaket “KiTa für Alle”

Schleswig-Holstein will mit einem 35 Millionen Euro schweren Investitionspaket „KiTa für Alle“ die Betreuungssituation für Kinder und die Arbeitsbedingungen für das Personal in Kindertagesstätten verbessern. „Wir ergreifen Maßnahmen, damit wirklich alle Kinder die gleichen Chancen auf eine gute frühkindliche Bildung haben“, sagte Familienministerin Aminata Touré (Grüne) bei Vorstellung des Programms am Donnerstag, wie ihr Ministerium mitteilte. Touré stellte das zehn Punkte umfassende Programm zusammen mit dem Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Koch, vor.

Gerade Kinder mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien sollen den Angaben nach künftig einen noch schnelleren Zugang zu Kitas erhalten. Dafür würden die 144 Familienzentren im Land personell gestärkt und weitere 125 sogenannte Perspektivkitas geschaffen. Auch für Kinder mit einer Behinderung würden mehr Personalressourcen zur Verfügung gestellt, um eine bessere inklusive Betreuung zu gewährleisten.

Im Fokus stehe zudem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das Personal in den Einrichtungen. Erhebungen zeigten, dass die Ausfallzeiten durch Krankentage und die Arbeitsbelastung der Fachkräfte unverändert hoch sind. Statt 15 würden künftig 19 Krankentage in der Finanzierung berücksichtigt.

Bereits seit Jahresbeginn 2025 stellt das Land laut Ministerium sicher, dass die Kitas Geld für den Neubau und die Kernsanierung von Gebäuden zur Verfügung haben. Hier erhöhe das Land seinen Anteil um jährlich 8 Millionen Euro.

Die Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (LAG) begrüßte, dass das Land die Qualität der Kitas verbessern möchte. Besonders hilfreich sei die angekündigte Erhöhung der Ausfalltage, erklärte LAG-Kita-Koordinatorin Nadine Lenschau. Positiv bewerteten die Wohlfahrtsverbände auch die Initiative des Sozialministeriums, künftig mehr Familien erreichen zu wollen, die bisher ihre Kinder nicht in den Kitas angemeldet haben. Für den LAG-Vorsitzenden Heiko Naß gehört zur Kita-Qualität auch das Thema Inklusion: „Der Umgang mit der inklusiven Kita bleibt für die Wohlfahrtsverbände ein wichtiges Anliegen, das noch angemessen zu lösen ist“, erklärte er.

Luft nach oben sehen die Wohlfahrtsverbände den Angaben zufolge bei der landesweiten Bedarfsplanung für die Kitas. Um regional einen Mangel an Kitaplätzen oder Überkapazitäten zu vermeiden, sollten die Planungsgrundlagen bei den zuständigen Kreisen und kreisfreien Städten geschärft und eine regelmäßige Dokumentation gegenüber dem Land eingeführt werden. Die Umsetzung müsse dann im Einvernehmen mit den Kitaträgern und der Standortgemeinde getroffen werden, erklärten Naß und Lenschau.

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