Als “originelle Denkerin und Essayistin” setze sie “Wegmarken in aktuellen Debatten, zuletzt zum Krieg in Nahost”. So wird die Schillerrede der französisch-israelischen Soziologin Eva Illouz in Marbach angekündigt.
Die französisch-israelische Soziologin Eva Illouz hält am Sonntag die diesjährige Schillerrede. Als originelle Denkerin und Essayistin setze sie Wegmarken in aktuellen Debatten – beispielsweise zum Krieg in Nahost, teilte das Deutsche Literaturarchiv in Marbach vorab mit. Mit der Schillerrede wird jährlich an den am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geborenen Dichter Friedrich Schiller erinnert.
1961 geboren, studierte Illouz in Frankreich, Israel und den USA Soziologie, Kommunikation und Literatur. Sie hat laut Mitteilung 18 in viele Sprachen übersetzte Bücher veröffentlicht. Im September 2025 erschien ihr Buch “Der 8. Oktober”, in dem es um die Ursprünge eines neuen Antisemistismus geht. 2024 erschien ihr Werk “Explosive Moderne”, in dem sie sich mit der Gefühlswelt der Menschen in der gegenwärtig “aufgewühlten Zeit” beschäftigt.
2022 hielt der deutsch-österreichische Autor Daniel Kehlmann die Schillerrede, 2023 der aus Tansania stammende Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah. 2024 sprach der Kremlkritiker Michail Schischkin in Marbach. Frühere Redner waren der Virologe Christian Drosten, der Grünen-Politiker Cem Özdemir und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015).