Isabell Horn (42), Schauspielerin und Autorin, hat nach eigenen Worten lange gebraucht, um ihre Depressionen in den Griff zu bekommen. Das Schamgefühl sei groß gewesen, sagte sie im Podcast "Raus aus der Depression". Die Folge, die ARD Gesund und die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention gemeinsam produziert haben, ist ab sofort in der ARD Audiothek verfügbar.
Vom Frohsinn zur Erschöpfung: Depression trotz starker Persönlichkeit
Horn hatte demnach mehrfache depressiven Episoden - von der ersten Depression nach einer überraschenden Kündigung bis zur Wochenbett-Depression und einem schweren Rückfall während der Corona-Zeit. Eigentlich sei sie "eine Frohnatur" und "Macherfrau", sagte sie. "Ich möchte funktionieren." Nach einer Trennung und einer Kündigung habe sie aber gemerkt: "Es geht nichts mehr".
Auch nach der Geburt ihres Kindes habe sie sich zu wenig Zeit für sich selbst genommen, sagte sie. "Ich habe gedacht, ich bin eine schlechte Mutter, warum funktioniere ich nicht", so Horn. Die Corona-Zeit mit ihren Herausforderungen und "der Aussichtslosigkeit" bescherte ihr eine dritte depressive Phase.
Durch intensive psychotherapeutische Behandlungen habe sie gelernt, "liebevoller mit mir selbst umzugehen". Rückschläge sehe sie jetzt eher als Herausforderung. "Der Weg muss nicht immer geradeausgehen, sondern es ist auch wertvoll, mal eine andere Abbiegung zu nehmen", betonte Horn. Sie warb dafür, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.
Depression: Wann Hausarzt oder Psychotherapeut helfen kann
Psychiater Ulrich Hegerl, der auch Vorsitzender der Stiftung Deutscher Depressionshilfe ist, wies im Podcast auf effektive Behandlungsmöglichkeiten hin. Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression oder Angsterkrankungen sei der Hausarzt, Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut. Manchmal sei auch eine stationäre Behandlung unumgänglich: "Sie gibt eine Tagesstruktur und bietet gute medizinische und therapeutische Behandlungen", sagte er im Podcast.
Rund ein Viertel der Menschen in Deutschland war laut Stiftung schon einmal an Depressionen erkrankt. Nur ein knappes Drittel gibt demnach an, noch nie mit Depressionen in Berührung gekommen zu sein.
