Im Theater werde Ideologie immer wichtiger, erklärt Nicholas Ofczarek. Der österreichische Schauspieler ist ab 9. Mai in der Amazon-Serie “Drunter und Drüber” zu sehen.
Der österreichische Schauspieler Nicholas Ofczarek kritisiert die Entwicklung des Theaters. Sei es in der Regiearbeit früher darum gegangen, vom Inhalt auszugehen und dann eine Form zu entwickeln, würde jetzt die Form über einen Inhalt “gepfropft”. “Die Ideologie, welche auch immer das sein mag, ist dann wichtiger”, sagte Ofczarek im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dem Zuschauer werde die Entscheidungsfreiheit genommen, wie er was zu sehen und zu beurteilen habe. “Es läuft auf Bevormundung hinaus. Das geht mir wahnsinnig auf den Keks”, so Ofczarek.
Der Schauspieler ist ab 9. Mai in der achtteiligen Serie “Drunter und Drüber” bei Amazon Prime Video zu sehen. An der Seite von Julia Jentsch – beide bekannt aus der Erfolgsserie “Der Pass” – spielt der 53-Jährige den stellvertretenden Leiter des Wiener Friedhofs Donnersbach. “Dieser Arbeitsplatz auf dem Friedhof ist wie jeder andere ein Ort der Konflikte”, erklärte er. Konflikte soll es reichlich geben: Denn statt wie erhofft Nachfolger seines Chefs zu werden nach dessen Tod, wird Ursula Fink (Jentsch) seine neue Vorgesetzte.
Ofczarek spricht von einer “dramaturgischen Verschärfung”, “denn hier handelt es sich um einen Arbeitsplatz, der ja eigentlich für Gedenken, Ruhe, Stille und Frieden steht”. In der Rolle des Heli Wondratschek keimt in ihm aber neue Hoffnung – denn Fink hat vom Friedhofswesen keine Ahnung. Ofczarek sagte: “Ich halte immer zu meinen Figuren, meine Figuren sind immer im Recht.”
Die Folgen von “Drunter und Drüber” dauern je nur 25 Minuten. “Ich glaube, Zuschauer haben infolge der Übersättigung, ja Überforderung mit Medien eine immer geringere Aufmerksamkeitsspanne”, sagte Ofczarek. Auch seine eigene Aufmerksamkeit sei vermindert. “Ich schaue gerne Kurzvideos an”, so Ofczarek. Für ihn ist die Länge von Videos oder Filmen eigenen Angaben zufolge nicht entscheidend. Ofczarek: “Man kann in 25 Minuten daneben liegen, man kann aber auch in 25 Minuten sehr treffend erzählen.”
Offen zeigt sich der Österreicher für eine Rolle als Tatort-Kommissar. Die Schauspieler Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser sind 2026 zum letzten Mal als Ermittler-Duo im Tatort aus Österreich zu sehen. “Mein Name ist schon in diversen Spekulationen aufgetaucht”, sagte nun Ofczarek. Entscheidend sei für ihn aber, ob er dann noch für andere Projekte in Frage komme. “Ich möchte weiter in unterschiedlichen Kunstformen, in unterschiedlichen Genres arbeiten können”, betonte er. Und überhaupt: Gemeldet habe sich bei ihm noch keiner mit einer “Tatort”-Anfrage.