In der Stadtkirche St. Michael in Jena haben nach dem Abbruch eines handtellergroßen Stücks Putz aus dem Deckengewölbe nun die Sanierungsarbeiten begonnen. Seit Montag sind Fachhandwerker in den am stärksten betroffenen Bereichen im Einsatz, wie eine Sprecherin des Kirchenkreises Jena am Donnerstagabend mitteilte.
Im Rahmen einer sogenannten Mustersanierung sollen zunächst geeignete Verfahren, Materialien und technische Methoden erprobt werden. Ziel ist es laut Kirchensprecherin, auf dieser Grundlage die weiteren Schritte der umfassenden Gewölbesanierung präzise planen zu können. Der erste Abschnitt betrifft das südliche Seitenschiff über dem Gerichtsportaleingang sowie den Aufgang zur Orgelempore.
Kirchmeisterin Catrin Eberhardt sagte, mit der Mustersanierung beginne die praktische Phase der Instandsetzung. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sollen zeigen, wie die weiteren Restaurierungen im Kirchenraum gut und sicher umgesetzt werden können. Die Sanierung der Stadtkirche werde sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und erhebliche Kosten verursachen.
Untersuchungen in diesem Jahr haben ergeben, dass sich die Schäden im Kirchengewölbe auf Zerstörungen im März 1945 zurückführen lassen, als durch einen Bombenangriff Teile des Kirchturms einstürzten und das Hauptschiff erheblich beschädigt wurde. Die Reparaturen wurden damals mit inzwischen stark korrodierten Eisen- und Stahlnägeln durchgeführt, die heute den Putz im Kirchenschiff stellenweise nicht mehr halten können. Die Kirche bleibt bis auf Weiteres geschlossen.