FRANKFURT AM MAIN – In Sambia dürfen Pfarrer nicht mehr über Korruption und die Wirtschaftskrise des Landes predigen. Fünf Geistliche wurden am Wochenende festgenommen, weil sie sich zu einer Besprechung über die wirtschaftliche Lage getroffen hatten, wie die Zeitung „Lusaka Times“ am vergangenen Sonntag berichtete. Das südafrikanische Land steckt in einer schweren Schuldenkrise und kann seit August unter anderem die Gehälter von Universitätsangestellten nicht mehr bezahlen. Präsident Edgar Lungu ordnete Medienberichten zufolge am Wochenende an, Pfarrer festzunehmen, die sich zu der Krise äußern.
Menschenrechtler kritisierten in der Vergangenheit den zunehmend autokratischen Führungsstil der Regierung. Lungu kam im Januar 2015 an die Macht. Experten zufolge sind die Schulden seither stark angestiegen, weil die Regierung durch die weit verbreitete Korruption zu viel für Infrastruktur- und Prestigeprojekte ausgibt.Sambias Währung, der Kwacha, verlor seit Anfang des Jahres rund 20 Prozent an Wert.
Sambia ist eines der größten Förderländer für Kupfer in Afrika, trotzdem lebt laut Weltbank mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Armut. epd
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