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Saarkohlenwald bei Saarbrücken ist Waldgebiet des Jahres 2026

Der sogenannte Saarkohlenwald nördlich von Saarbrücken ist das Waldgebiet des Jahres 2026. Der Wald ziehe sich wie ein Band durch das bevölkerungsreiche Südsaarland und diene über 300.000 Menschen als Erholungs- und Erlebnisraum, erklärte der Bund Deutscher Forstleute (BDF) am Samstag zur Begründung in Saarbrücken. Er gilt als Zwei-Etagen-Wald: Der unterirdische Wald ist ein zu Steinkohle gepresster Sumpfwald aus der Zeit des Karbons, darüber liegt seit dem Mittelalter der oberirdische Wald. Seinen Namen erhielt er wegen der tiefen Eingriffe der Montanindustrie in die Topographie und Beschaffenheit des Gebiets.

Seit 1988 kennzeichnet eine naturnahe Waldbewirtschaftung die Bemühungen des SaarForst Landesbetriebs, den Wald resilienter und klimafreundlicher zu nutzen. Insbesondere im „Urwald vor den Toren der Stadt“, einem seit 1997 weitestgehend sich selbst überlassenen Teilgebiet, richten sich erlebnispädagogische Angebote vor allem an Kinder und Jugendliche. Neben einer ausgefeilten Biodiversitätsstrategie gebe es eine intensive Zusammenarbeit mit dem saarländischen Naturschutzbund NABU im Bereich des Urwalds und mit dem Bundesamt für Naturschutz, etwa beim Großprojekt „Landschaft der Industriekultur“, erklärte der BDF.

Die saarländische Umweltministerin Petra Berg (SPD) zeigte sich „stolz, dass wir im Saarland einen solch besonderen Wald in Hinblick auf Artenschutz, Naturschutz und Historie vorweisen können“. Dieser Rückzugsort für Flora und Fauna, aber auch für die Menschen, müsse geschützt werden.

Der BDF-Landesvorsitzende Michael Weber lobte die Arbeit der Forstleute im Saarkohlenwald als „beeindruckendes Zusammenspiel von Waldbewirtschaftung mit den Zielen Walderhalt, Naturschutz, Bewahren der Industriekultur und der Gewährleistung der Naherholung in einem städtisch geprägten Raum“. Der Bund Deutscher Forstleute ruft seit 2012 jährlich ein Waldgebiet des Jahres aus.