Am 5. September kommt die russische Historikerin und Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa im Rahmen der „Bautzener Reden“ in den Dom St. Petri. Dort werde sie unter dem Titel „Langer Schatten des Stalinismus. Russland 2025“ Einblicke in die historischen Wurzeln autoritärer Herrschaftsstrukturen in Russland geben und einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Jahr 2025 werfen, teilte die Initiative „Bautzen gemeinsam“ am Samstag mit. Der Eintritt für die um 19 Uhr beginnende Veranstaltung ist frei.
Scherbakowa ist den Angaben zufolge Mitbegründerin der 1989 entstandenen Menschenrechtsorganisation Memorial, die über Jahrzehnte die Verbrechen des Stalinismus dokumentierte und sich für Aufklärung und Erinnerungskultur in Russland einsetzte. Für ihr Engagement sei sie vielfach ausgezeichnet worden, etwa mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis, dem Carl-Friedrich-Goerdeler-Preis und gemeinsam mit Memorial mit dem Friedensnobelpreis 2022. Scherbakowa lebt der Initiative zufolge seit Juli 2022 im Exil in Deutschland. Sie verließ ihr Heimatland unmittelbar nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine.
Die überparteiliche Initiative „Bautzen gemeinsam“ organisiert seit 2022 die Bautzener Reden. Ziel ist demnach, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, Mut zu machen und Impulse für ein demokratisches, respektvolles Miteinander zu setzen.