Rotes Kreuz: Deutschland nicht gut genug für Katastrophen vorbereitet

"Da liegt noch vieles im Argen", sagt die Präsidentin des Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, mit Blick auf mögliche Katastrophen hierzulande. Auch müssten die Menschen mehr Kompetenzen in Erster Hilfe und Pflege haben.

Deutschland ist aus Sicht der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, nur unzureichend auf Katastrophen vorbereitet. "Da liegt noch vieles im Argen", sagte Hasselfeldt der "Augsburger Allgemeinen" von Dienstag. Sie spüre zwar eine "gewisse Aufgeschlossenheit" bei den politisch Verantwortlichen, die Umsetzung aber lasse auf sich warten. "Im Haushalt sind zwar zusätzliche Mittel eingeplant, die aber fließen vor allem an staatliche Stellen und nicht an die anerkannten Hilfsorganisationen wie wir es sind, obwohl die Einsätze im Bevölkerungsschutz zu 90 Prozent von Ehrenamtlichen geleistet werden."

Im Ernstfall sei Deutschland nicht gut genug vorbereitet. "Damit meine ich aber nicht nur die Logistik und die Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz, sondern auch die Resilienz in der Bevölkerung selbst. Wir brauchen neben den vielen ausgebildeten ehrenamtlichen Kräften auch eine niederschwellige Qualifizierung der Bevölkerung in der Ersten Hilfe und in Pflegesituationen", erklärte Hasselfeldt. Das DRK schlage einmal jährlich ab der 7. Klasse zwei Schulstunden Ausbildung in Wiederbelebung vor. Das könne Leben retten. "In vielen Ländern sind solche Kurse mit sehr positiven Effekten in den Lehrplänen verankert, in Deutschland leider nicht."

Es sei außerdem ratsam, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Vorrat zum Beispiel an Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten für drei Tage, besser für zwei Wochen zu Hause hätten, empfiehlt Hasselfeldt. Sie verwies auf Vorsorgelisten, auf denen etwa auch eine Kurbeltaschenlampe und ein Kurbelradio zu finden seien. "Zudem ist ein Kurs in Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten zu empfehlen."

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