In den USA sind rote Strickmützen zu einem Symbol des Widerstands gegen das gewaltsame Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis geworden. Paul S. Neary, Mitarbeiter des Wollgeschäfts „Needle&Skein“ in einem Vorort von Minneapolis, hatte die Idee, die Zipfelmütze „nisselue“ nachzustricken, die an die norwegische Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg erinnert. Die Idee ging Mitte Januar viral, sodass in manchen Geschäften das rote Garn ausging. Die „New York Times“ berichtete, bereits Ende Januar hätten einige der Anti-ICE-Demonstranten in Minneapolis die roten Mützen getragen.
Bislang wurde die Anleitung zehntausendfach aus über 50 Ländern auf dem Internetportal ravelry.com aufgerufen, für je 5,95 Dollar. Rund 700.000 Dollar sind bisher zusammengekommen, schreibt das Wollgeschäft auf Instagram. Mit dem Erlös werden den Angaben zufolge Hilfsorganisationen für Migranten unterstützt. Das Stricken einer Mütze sei nur ein kleiner, individueller Akt: „Aber denkt daran, aus vielen kleinen Handlungen kann ein Momentum entstehen.“
Weil im Zweiten Weltkrieg viele Norweger diese Mützen als Zeichen des Widerstands trugen, wurde das Produzieren, Verteilen und Tragen solcher Mützen unter Androhung von Strafe am 26. Februar 1942 verboten. Das erklärt der Inhaber der norwegischen „Red Hat Factory“, Benjamin Antoni Andersen, in einem Beitrag auf Instagram, der 200.000 Likes erhielt. Gemeinsam mit „Needle&Skein“ ruft der Norweger zu einem weltweiten Protesttag an diesem Donnerstag (26. Februar) auf: Egal, welcher politischen, ethnischen oder religiösen Richtung, alle seien aufgerufen, an diesem Tag eine rote Mütze zu tragen und für Werte wie Demokratie, Menschenwürde und Zusammengehörigkeit einzustehen. (0462/23.02.2026)