Rettungsdienste fordern Konsequenzen aus den Gewalttaten in der Silvesternacht. Die Angriffe seien „Höhepunkt einer seit Jahren beobachtbaren Verrohung und Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften“, sagt der Bundesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bunds, Knut Fleckenstein. Die Täter müssten ermittelt und bestraft werden.
Der Vizepräsident des Bundesverbands eigenständiger Rettungsdienste und Katastrophenschutz, Sebastian Sommerfeld, verlangt härtere Gesetze. Diese müssten abschreckend wirken. Die Johanniter-Unfall-Hilfe fordert eine personelle und materielle Verstärkung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten. Harte Strafmaße brächten nichts, wenn die völlig ausgelastete Polizei der Täter nicht habhaft werden könne, sagt Johanniter-Pressesprecherin Therese Raatz. Die Johanniter regen ein Böllerverbot und Kampagnen für mehr Respekt für Einsatzkräfte an.
Der Pressesprecher des Bayrischen Roten Kreuzes, Sohrab Taheri-Sohi, betont indes, weder härtere Strafen noch ein Böllerverbot könnten Gewalttaten gegen Rettungskräfte nachhaltig verhindern. „Ein Böllerverbot hilft nur an einem Tag im Jahr, an Silvester.“ Höhere Strafen könnten kaum abschrecken, weil die Taten in der Regel unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen geschähen und die Täter somit kaum Herren ihrer Sinne seien.

