Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz beklagt Mängel bei der Vergabe von Fördergeldern an zwei kirchliche Einrichtungen zur Lehrerfortbildung. Die Förderung im Umfang von zuletzt gut 1,6 Millionen Euro pro Jahr basiere auf Vereinbarungen aus den 1970er Jahren und erfolge ohne verbindliche Vorgaben zu Themen oder Teilnehmerzahlen, heißt es in dem am Dienstag in Mainz veröffentlichten Jahresbericht: „Messbare Ziele waren nicht festgelegt, eine Erfolgskontrolle fand nicht statt.“ Auch würden Personalkosten erstattet, ohne deren Angemessenheit zu kontrollieren.
In Rheinland-Pfalz sind mit dem evangelischen Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut (EFWI) in Landau und dem katholischen Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung (ILF) in Mainz zwei kirchliche Stellen auf dem Gebiet tätig. Die jährlichen Zuwendungen an sie waren im Jahr 2025 auf 774.500 Euro je Einrichtung angehoben worden.
Die beiden Institute organisieren viele Fortbildungen gezielt für Religionslehrkräfte. Es finden aber auch Veranstaltungen statt, die sich an alle Lehrerinnen und Lehrer richten, etwa zur Förderung der Teamfähigkeit in den Klassen oder zum Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen.
Für den Jahresbericht 2926 hatte der Landesrechnungshof einen Schwerpunkt auf die Arbeit des Pädagogischen Landesinstituts gelegt und dabei unter anderem Defizite beim Umgang mit Förderanträgen und den unwirtschaftlichen Umgang mit Zuschüssen zu Gedenkstätten-Besuchen kritisiert. In diesem Zusammenhang waren auch die kirchlichen Anbieter in den Blick geraten.
Die Direktorin des EFWI in Landau, Anja Angela Diesel, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass mit dem Bildungsministerium bezüglich der vom Rechnungshof angemahnten Punkte ein Gespräch geplant sei. Die institutionelle Förderung des EFWI durch das Land werde grundsätzlich nicht infrage gestellt.