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Recherchestelle schockiert über Brandstiftung vor Synagoge

Nach der Brandstiftung vor der Synagoge in Gießen in der vergangenen Woche hat sich die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) „schockiert“ geäußert. „Zugleich ging es uns wie manch anderen, mit denen wir sprachen: Es hat uns nicht überrascht, dass es zu solchen Taten kommt, weil sich Antisemitismus verbal, visuell und auch tätlich insbesondere seit dem 7. Oktober 2023 immer offener zeigt“, teilte RIAS Hessen am Dienstag in Marburg mit. 2024 seien für Hessen 926 antisemitische Vorfälle dokumentiert worden, ein Anstieg um 75 Prozent gegenüber 2023. Die hessischen Zahlen für 2025 würden im Mai veröffentlicht.

Der Täter sei mittlerweile in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden. „Nichtsdestoweniger war es eine zielgerichtete Handlung, die gegen die Jüdische Gemeinde gerichtet war“, erklärte RIAS Hessen.

Ein mutmaßlich psychisch kranker 32-Jähriger hatte am Abend des 13. Januar Müllcontainer im Eingangsbereich der Gießener Synagoge in Brand gesetzt. Ihm werde außerdem vorgeworfen, den „Hitlergruß“ in Richtung Synagoge gezeigt zu haben, teilte die Polizei am vergangenen Mittwoch mit.

RIAS Hessen stehe an der Seite der Jüdischen Gemeinde Gießen und der jüdischen Community in Hessen, erklärte die Recherchestelle weiter. 2025 habe es auch medial bekannt gewordene Angriffe und Bedrohungen gegen Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Hessen gegeben, vor oder im Umfeld von Synagogen. Synagogen in Hessen seien beschmiert oder mit Eiern beworfen worden. In Wiesbaden habe sich im vergangenen Oktober eine antisemitische Demonstration gegenüber der Synagoge platziert.