Der RBB-Rundfunkrat hat den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr festgestellt und Personalentscheidungen für die künftige Arbeit des Verwaltungsrates gestellt. Laut einem Beschluss vom Donnerstagabend plant der Rundfunk Berlin-Brandenburg für 2026 mit Erträgen von 534,8 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von 530,9 Millionen Euro gegenüber, so dass sich ein Überschuss von 3,9 Millionen Euro ergibt, wie der Sender in Berlin mitteilte.
Die sogenannten verfügbaren Finanzmittel sollen laut Plan zum Ende des Wirtschaftsjahres 2026 insgesamt 42,3 Millionen Euro betragen. Damit wäre die Zahlungsfähigkeit des Senders gesichert, hieß es. Der Wirtschaftsplan enthalte auch nachhaltige Einsparungen in Höhe von 19,2 Millionen Euro aus dem Konsolidierungsprozess, der 2024 beendeten Beitragsperiode.
Die pauschalen Einsparungen lägen bei 8,8 Millionen Euro und seien „bereits durch konkrete und dauerhaft wirksame Einsparmaßnahmen hinterlegt“. Der Konsolidierungsprozess des Senders sei damit aber noch nicht abgeschlossen. Weitere rund 13 Millionen Euro benötige der RBB pro Jahr, um die digitale Erneuerung des gesamten Senders fortzuführen und in das Programm investieren zu können.
Die stellvertretende Rundfunkratsvorsitzende Elisabeth Herzog-von der Heide betonte, der neue Wirtschaftsplan setze den Weg der Konsolidierung konsequent fort. Der Transformationsprozess des Senders sei in vollem Gange. Die Direktorin für Verwaltung, Produktion und Betrieb, Nicole Küchler-Stahn, sprach davon, dass die Zahlungsfähigkeit des Senders wieder sichergestellt sei. Das Vertrauen des Rundfunkrates bestärke darin, diesen Weg entschlossen weiterzugehen.
Der RBB-Rundfunkrat wählte am Donnerstagabend außerdem sechs Mitglieder für den neuen Verwaltungsrat. Darunter ist die Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld. Eigentlich hätten sieben Verwaltungsratsmitglieder für eine vierjährige Amtszeit gewählt werden sollen. Für den siebten Platz habe aber nicht die erforderliche Mehrheit erzielt werden können, hieß es nach der Sitzung. Die Nachwahl sei nunmehr für die Rundfunkratssitzung am 17. Dezember vorgesehen.
Laut dem neuen RBB-Staatsvertrag sollen sich künftig im Verwaltungsrat verschiedene Kompetenzen abbilden, etwa Erfahrungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Betriebswirtschaft, Recht, Medienwirtschaft und Medienwissenschaft. Der Verwaltungsrat unterstützt und berät die Geschäftsleitung vor allem im Hinblick auf finanzielle Entscheidungen. Mit der Neukonstituierung des Verwaltungsrates treten laut RBB zahlreiche Neuerungen in Kraft, die im neuen Staatsvertrag geregelt sind. Dazu zählen etwa Transparenzpflichten.
Mit einem weiteren Beschluss billigte der RBB-Rundfunkrat den Jahresabschluss 2024. Zuvor hatte der Verwaltungsrat dazu grünes Licht gegeben. Dessen Vorsitzender Wolfgang Krüger lobte die Fortschritte bei der Sanierung der Finanzen und der Sicherung der Liquidität. Dennoch sei der Sender noch nicht über den Berg.