Artikel teilen:

“Purple Path” der Kulturhauptstadt wirbt für Demokratie

Der Kunst- und Skulpturenweg „Purple Path“ der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 ist nach Ansicht des Kurators Alexander Ochs ein erfolgreiches Demokratieprojekt. Die Kunstspur durch Mittel- und Westsachsen mit rund 70 Stationen werbe für Toleranz und Offenheit und gute Nachbarschaft, sagte Ochs dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dass dies gelingt, zeige das bevorstehende Festwochenende, an dem sich viele der 39 „Purple Path“-Kommunen beteiligen. Der Kunstweg sollte am Freitag mit einem Festakt in Flöha offiziell eröffnet werden.

„Mit dem ‘Purple Path’ entsteht ein Museum im öffentlichen Raum“, sagte Ochs. Der Weg umfasst Werke von 90 Künstlerinnen und Künstlern, etwa zwei Drittel sind Skulpturen. Die Arbeiten nehmen die Geschichte der jeweiligen Orte auf. Außer Chemnitz sind 38 weitere Kommunen im Erzgebirge, im Zwickauer Land und in Mittelsachsen beteiligt.

„Die Kunstwerke wurden mit den Kommunen abgestimmt und entwickelt“, sagte Ochs. Das sei „eine große demokratische Veranstaltung“ und „ein Modell der breit angelegten Konsenssuche“. Deshalb funktioniere es in den meisten Fällen sehr gut.

Auch die Kirchen sind als Projektpartner von Chemnitz 2025 mit temporären Ausstellungen beteiligt. Derzeit sind unter dem Titel „Interventionen zur Passion“ acht Werke zu sehen. In der Hospitalkirche in Lößnitz ist bis Ende November Rebecca Horns (1944-2024) Arbeit „The Universe in a Pearl“ zu erleben.

Zwar seien Christen in Chemnitz und Umgebung eher in der Minderheit. „Aber sie zeigen sich als Teil der Gesellschaft und wir machen die Erfahrung, sie werden zunehmend akzeptiert“, sagte Ochs. Ein Thema sei dabei auch das Pilgern. So seien Arbeiten am Jakobsweg installiert, etwa „Petrified Wood Circle“ von Richard Long im Freiberger Dom.

Die Auswahl der Werke erfolgte laut Ochs nach der Überschrift „Alles kommt vom Berg her“: „Wir arbeiten mit Mineralien und Stoffen, die in der Region aus dem Berg gefördert wurden oder aber für den Bergbau notwendig waren.“ Dazu gehörten etwa Zinn, Erz, Silber und Kaolin, aber auch Holz und Licht. Zudem werde auf historische und kulturelle Bezüge geschaut.

Für den dauerhaften „Purple Path“ sollen etwa 60 Skulpturen erworben werden. Zu etwa 80 Prozent sei dies schon erfolgt. Zur Namensgebung des rund 250 Kilometer langen Kunstweges „Lila Pfad“ sagte Ochs: „Violett ist die zentrale Liturgiefarbe sowohl der Advents- als auch der Passionszeit.“ Die Idee des „Purple Path“ vereine daher „sowohl die Empathie und das Mitleiden als auch den Aufbruch und den Fortschritt“.