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Proteste in Simbabwe wegen Repression abgebrochen

Aus Angst vor Repression sind Proteste gegen die Regierung in Simbabwe kleiner ausgefallen als von Kritikern erhofft. Zudem seien die Demonstrationen kurzfristig abgebrochen worden, teilte der Organisator der Proteste, Blessed Geza, am Dienstag mit. An den Plänen, eine Verlängerung der Präsidentschaft von Staatschef Emmerson Mnangagwa zu verhindern, werde man jedoch festhalten.

Laut der Zeitung „The Zimbabwe Mail“ waren viele Menschen den Protesten am Montag ferngeblieben, nachdem die Regierung mit einer starken Militär- und Polizeipräsenz in allen größeren Städten des Landes reagiert hatte. Kritiker des Präsidenten hatten im ganzen Land zu Kundgebungen aufgerufen, nachdem die Regierungspartei Zanu-PF angekündigt hatte, die Amtszeit Mnangagwas um zwei Jahre entgegen der Verfassung verlängern zu wollen.

Er habe sich allerdings zum Abbruch der Proteste entschieden, weil staatliche Agenten ein Komplott gegen ihn geschmiedet hätten, um ihm Terrorismus anzuhängen, erklärte Geza, der ebenfalls der Zanu-PF angehört, allerdings zur innerparteilichen Opposition. Zugleich kündigte er an, den Präsidenten bis zum 18. April stürzen zu wollen. Geza wirft Mnangagwa Korruption und das Festhalten an der Macht vor.

Die Zanu-PF ist seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien 1980 an der Macht – Mnangagwa stürzte 2017 seinen ehemaligen Mentor und Langzeitpräsident Robert Mugabe, der das Land zunehmend autoritär 37 Jahre lang regiert hatte. Doch Hoffnungen auf eine Lockerung der Repression unter Mnangagwa wurden schnell enttäuscht. Auch seine Regierung geht brutal und systematisch gegen die Opposition vor.