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Proteste in Serbien gegen Trump-Bauprojekt

Um Platz zu machen für ein Luxushotel der US First Family Trump, soll in Belgrad ein Wahrzeichen aus den Kriegsjahren weichen. Das stößt bei vielen Serben auf Widerstand.

In Belgrad haben Tausende Menschen am Dienstag gegen ein Bauvorhaben der Trump-Familie protestiert. Um die einstige jugoslawische Armeezentrale, die Trump-Schwiegersohn Jared Kushner zugunsten einer Luxusimmobilie abreißen will, bildeten die Demonstranten eine menschliche Schutzmauer. Erst am Freitag hatte das serbische Parlament ein Gesetz erlassen, wodurch das Projekt reguläre Auflagen umgehen und im Schnellverfahren umgesetzt werden könnte.

Zu den Protesten aufgerufen hatten unter anderen die Studenten, die seit mehr als einem Jahr gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vucic demonstrieren. Symbolisch malten sie eine rote Linie vor das Gebäude. Ein Demonstrant erklärte dem serbischen Nachrichtensender N1: “Wir sind hier, um uns der Willkür eines Mannes zu widersetzen, der beschlossen hat, den Generalstab denselben Amerikanern zu übergeben, die ihn zu Fall brachten.”

Das “Generalstab”-Gebäude, das in den 1950er und 60er Jahren als Armeezentrale erbaut wurde, hat sich zu einem symbolischen Stück Geschichte gewandelt. 1999 wurde der Komplex schwer beschädigt, als die Nato jugoslawische Ziele in der Region bombardierte. Ziel war damals, den Abzug jugoslawischer Truppen aus dem Kosovo zu erzwingen. In Belgrad und darüber hinaus schürte die Nato-Bombardierung nachhaltig antiwestliche Ressentiments.

Kushner will dort nun ein Luxushotel mit Apartments, Geschäften und Büros errichten. Derzeit laufen Ermittlungen, nachdem bekannt wurde, dass der Schutzstatus des historischen Gebäudes offenbar auf Basis gefälschter Dokumente aufgehoben wurde. Die Behörden in Belgrad weisen die Kritik zurück und sprechen von einer “Revitalisierung” des stillliegenden Gebäudes. Auch ein Museum soll in den Neubau integriert werden.