Der Römerboot-Nachbau des Erlanger Geschichtsprofessors Boris Dreyer und seines Forschungsteams hat den Preis „Wissen der Vielen“ der Fachtagung Forum Citizen Science geholt. Die Jury zeichnete das Projekt mit dem mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis aus. Es beziehe Menschen außerhalb der Wissenschaft in die Forschungsarbeit ein und profitiere so vom „Wissen der Vielen“, heißt es in einer Mitteilung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen vom Donnerstag. Der Wettbewerb von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin werde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Altertumsbegeisterte Bürgerinnen und Bürger, Studierende sowie Schülerinnen und Schüler hatten gemeinsam mit FAU-Forschenden ein antikes Römerboot aus dem 1. Jahrhundert originalgetreu nachgebaut. Das Projekt fand zwischen 2016 und 2018 statt. Nach zahlreichen Testfahrten fuhr Professor Dreyer mit Freiwilligen im Sommer 2018 die Donau hinab bis zum Schwarzen Meer, heißt es in der Mitteilung. Ein 2022 erschienenes Buch stellt die Erkenntnisse vor, die durch den Bau und die Donaureise über die Schifffahrt, Militärstrategien und Kommunikationswege des Römischen Reiches gewonnen wurden.
Das Projekt wurde den Angaben nach bereits im Rahmen der „Kleine-Fächer-Wochen“ von BMBF und Hochschulrektorenkonferenz gefördert. Inzwischen gebe es mehrere, unter anderem von der EU geförderte, Folgeprojekte, die ebenfalls stark auf die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern setzen würden. (00/3010/10.10.2024)