Die Präsidentin der bayerischen Landessynode, Annekathrin Preidel, hat die Mitglieder des Kirchenparlaments zu mutigen Entscheidungen für die Zukunft der evangelischen Landeskirche aufgerufen. „Wir müssen lernen loszulassen und zu Dingen auch einmal Nein zu sagen“, sagte Preidel am Sonntagabend zu Beginn der Herbsttagung der Landessynode in Amberg: „Denn eines darf nicht passieren, dass wir heute auf Kosten der kommenden Generationen wirtschaften.“
Preidel verwies in diesem Zusammenhang auf die sinkenden Einnahmen bei den Kirchensteuern schon in diesem Jahr. Sie lägen dieses Jahr allein um 48 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres. Der Haushalt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) für 2023 geht von 805 Millionen Euro an Kirchensteuern aus – tatsächlich könnten es aber nur um die 755 Millionen Euro werden, hatte der landeskirchliche Finanzchef Patrick de La Lanne schon am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) gesagt.
Preidel sagte, angesichts solcher Entwicklungen gebe es „nur eine Konsequenz“: „Wir müssen unsere Aufwendungen senken.“ Keinesfalls wolle man kirchliches Vermögen, dem bekanntermaßen Verpflichtungen gegenüberstünden, nur deshalb verbrauchen, „weil es für uns heute schwierig und unbequem ist, unseren Mittelverbrauch zu reduzieren“; sagte Preidel. Alle kirchenleitenden Organe müssten jetzt in die Umsetzung gehen: „Daran führt kein Weg vorbei“, erläuterte sie, auch wenn es einmal ruckele.
Mit einem Gottesdienst in der Amberger Paulanerkirche hat am Freitagabend die Herbsttagung der ELKB begonnen. Das Kirchenparlament tagt bis zum Mittwoch, im Zentrum der Beratungen steht der kirchliche Haushalt für das kommende Jahr. Ebenfalls ein Thema wird die Zukunft der 17 Tagungshäuser sein, die direkt oder indirekt Zuschüsse von der ELKB erhalten. Am Sonntag war bekannt geworden, dass das Wildbad Rothenburg ab 2026 keine Zuschüsse mehr erhalten wird und damit wohl schließen muss. (00/3861/26.11.2023)