Der Freistaat will mehr Menschen zum Organspenden motivieren. Bayerns Gesundheitsministerin fordert eine Reform des Transplantationsrechts.
Zwischen Januar und Oktober 2025 haben in Bayern 128 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in München auf Basis von Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation mit. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es demnach 127 Spender. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte, mehr als 1.000 Menschen in Bayern warteten auf ein lebenswichtiges Spenderorgan.
Gerlach plädierte daher für eine Änderung des Transplantationsrechts und die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung. Diese besagt, dass grundsätzlich jeder Mensch Organspender ist, der nicht zu Lebzeiten widerspricht. In Deutschland gilt aktuell die Entscheidungslösung, die immer eine Zustimmung zu Lebzeiten erfordert. Falls jemand sich nicht ausdrücklich für oder gegen das Spenden entschieden hat, werden Angehörige von Verstorbenen nach einer Entscheidung gefragt.
Die Ministerin führte aus: "Mein Ziel ist vor allem, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen. Das wäre auch eine Entlastung für die Angehörigen. Denn wer zu Lebzeiten selbst für Klarheit sorgt, nimmt seinen Angehörigen die Last einer Entscheidung in schweren Stunden."