Die neue Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stößt bei dem Friedensforscher Christoph Weller auf Kritik. Die Denkschrift „hat eine Schlagseite zum Sicherheitsdenken und passt sich damit zu sehr dem aktuellen politischen Diskurs an“, sagte der Politikprofessor von der Universität Augsburg dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Weller verwies auf die notwendige Unterscheidung von Frieden und Sicherheit. Dietrich Bonhoeffer habe 1934 gesagt: „Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn der Friede muss gewagt werden. Friede ist das Gegenteil von Sicherung.“ Militärische Maßnahmen zur Herstellung der eigenen Sicherheit vergrößerten bei allen anderen die Unsicherheit. Dieses „Sicherheitsdilemma“ verursache etwa die Aufrüstungsspirale. Sicherheitsdenken konzentriere sich nur auf die eigene, Friedensdenken hingegen auch auf die Sicherheit der anderen.
