Israels Militär hat nach Angaben der “Times of Israel” begonnen, Meerwasser in die Hamas-Tunnel im Gazastreifen zu pumpen. Damit sollten das unterirdische Netzwerk aus Gängen und Verstecken der palästinensischen Terrorgruppe vernichtet und ihre Kämpfer an die Oberfläche getrieben werden. Es handele sich allerdings um erste Tests, die neben anderen Optionen wie der Durchsuchung mit Hunden, Drohnen und Robotern, der Zerstörung durch Luftangriffe oder eingeleiteten Flüssigsprengstoff erprobt würden, so die Zeitung.
Gegen eine Flutung protestierten Politiker, die dort versteckte Geiseln vermuten, aber auch Umweltschutzverbände. Die Umweltschützer befürchten, dass die Maßnahme langfristige Auswirkungen auf das Grundwasser im Gazastreifen haben dürfte. Dadurch könnten gefährliche Substanzen, die die Hamas in ihren Verstecken lagere, in die Böden einsickern. Zudem seien Auswirkungen auf die Statik von Fundamenten und Gebäuden zu erwarten.
In der vergangenen Woche hatte Israels Militär mitgeteilt, dass die Soldaten seit Beginn der Bodeninvasion Ende Oktober mehr als 800 Tunnelschächte im Gazastreifen entdeckt hätten. Davon seien etwa 500 bereits zerstört. Bereits 2015 hatte das ägyptische Militär mehrere Schmugglertunnel geflutet, die vom Gazastreifen auf die ägyptische Sinai-Halbinsel führten.