Die Pflegekammer kritisiert, dass qualifizierte Pflegekräfte zu oft fachfremd arbeiten. Beim Fachkräftegipfel fordert sie klare Karrierewege, bessere Bedingungen und moderne Ausbildung – auch für ausländische Fachkräfte.
Pflegepersonal muss aus Sicht der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz zu oft fachfremde Tätigkeiten verrichten. Qualifikationen akademisch weitergebildeter Pflegefachpersonen müssten gezielt eingesetzt und angemessen vergütet werden, forderte Kammerpräsident Markus Mai in Mainz. “Für eine nachhaltige Fachkräftesicherung braucht es klar definierte und praktisch umsetzbare Karrierewege.”
Auch internationales Pflegefachpersonal spiele eine wichtige Rolle bei der Versorgung von auf Pflege angewiesenen Menschen, hieß es. Damit ausländische Arbeitskräfte hierzulande gut ankommen und bleiben, benötigteten sie unter anderem verlässliche Strukturen, diskriminierungsfreie Arbeitsplätze und Perspektiven zur beruflichen Entwicklung. Ebenso müssten Anstrengungen unternommen werden, Nachwuchs zu gewinnen und um die Rahmenbedingungen in der Ausbildung zu verbessern.
Wichtig sei zudem die Prävention, sagte der Kammerpräsident. So müsse eine Pflegebedürftigkeit möglichst lange vermieden werden. Die Pflegekammer äußerte sich anlässlich eines Fachkräftegipfels für Pflege- und Gesundheitsfachberufe. Im Mittelpunkt stand nach Angaben des Arbeitsministeriums eine Qualifizierungs- und Digitalisierungsstrategie. Ziel sei eine Stärkung der Therapie- und Assistenzberufe und die Modernisierung der Ausbildung.
“Wer auch morgen eine hochwertige Versorgung sicherstellen will, muss heute in moderne Ausbildung, faire Bedingungen und digitale Zukunftsstrukturen investieren”, erklärte Arbeitsministerin Dörte Schall (SPD). Sie betonte die Notwendigkeit von digitalen Ausbildungsmodulen in Gesundheitsberufen.