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Pfarrer Voß wird offiziell kommissarischer Dekan von Castell

Ende November wird im Dekanatsbezirk Castell ein neuer Dekan eingeführt – obwohl es die Stelle so angesichts der Strukturveränderungen gar nicht mehr gibt: Der bisher bereits als stellvertretende Dekan tätige Pfarrer Martin Voß aus Prichsenstadt übernimmt die Aufgabe jetzt ganz offiziell kommissarisch, wie die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage am Donnerstag bestätigte. Die Amtseinführung in der St. Sixtus Kirche in Prichsenstadt findet am 29. November ab 18 Uhr statt.

Diese Zwischenlösung sei nötig geworden, weil die Fusionsprozesse der vielen Dekanatsbezirke hin zu größeren Einheiten noch nicht abgeschlossen seien, sagte Bornowski. Ab März 2024 hatten die zwei Dekanate Castell und Markt Einersheim eine Fusion erwogen – nach Kritik und Gegenwind aus den umliegenden Dekanatsbezirken für die „zu kleine“ Zwischenlösung hatten die Leitungsgremien diese Pläne in diesem Sommer wieder begraben. Denn das neue gemeinsame Dekanat hätte die von der Kirchenleitung vorgegebene Mindestgröße von 35.000 Gemeindegliedern nicht erreicht.

Voß bleibt entweder bis zu seinem Ruhestand kommissarisch im Amt – oder aber bis der geplante „große Wurf“ in Unterfranken mit drei evangelischen Großdekanaten bis 2027 umgesetzt ist und das bisherige Dekanat Castell dann in diesem Konstrukt aufgeht. Voß bleibe auch künftig Pfarrer in Prichsenstadt und bekomme den Leitungsanteil ganz offiziell übertragen und dafür eine Entlastung in der Gemeindearbeit, sagte die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin. Dekane sind unter anderem als Dienstvorgesetzte für die Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrem Bezirk zuständig.

Dekanatsbezirke sind die mittlere Ebene in der Kirchenverwaltung zwischen Gemeinden und der Kirchenleitung. Dort sind zunehmend Verwaltungs- und Aufsichtsaufgaben angesiedelt. (3547/13.11.2025)