Pfälzer Synode beschließt Gesetzesentwürfe für Strukturreformen

Die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz hat das Gesetzgebungsverfahren für tiefgreifende Strukturreformen in der Landeskirche gestartet. Ziel ist es, die Leitungs- und Verantwortungsstrukturen zu straffen, um die Kirche fit für die Zukunft zu machen. Dazu beschloss die Synode auf ihrer dreitägigen Tagung in Speyer mehrere Gesetzesentwürfe. Vor allem geht es um eine Änderung des Körperschaftsstatus der Kirchengemeinden sowie die Verringerung der 15 Kirchenbezirke auf nur noch vier.

In einem Beteiligungsverfahren sollen Kirchengemeinden und Bezirkssynoden im kommenden Jahr Stellung zu allen Gesetzesentwürfen nehmen können. Am Donnerstag hatte das „Kirchenparlament“ einen Entwurf für eine geänderte Kirchenverfassung beschlossen und damit Strukturreformen auf den Weg gebracht. Zur endgültigen Abstimmung steht die neue Kirchenverfassung für die rund 430.000 Mitglieder zählende Landeskirche dann im Frühjahr 2027.

Die 374 Kirchengemeinden in der Pfalz und Saarpfalz sollen demnach ihren Status als Körperschaften öffentlichen Rechts und damit einen wesentlichen Teil ihrer Eigenständigkeit verlieren. Als Körperschaften kirchlichen Rechts sollen sie allerdings weiter das Gemeindeleben gestalten können. Befürworter erhoffen sich dadurch eine Entlastung des Pfarrpersonals und der Presbyterien, der Leitungen der Kirchengemeinden, von Verwaltungsaufgaben.

Mehrere Synodale kritisierten, eine Änderung des bisherigen Körperschaftsstatus würde einen Niedergang der Kirche beschleunigen. Mitglieder der Initiative „Pro Presbyterium“ demonstrieren auf der Synode gegen eine „Entmachtung“ und „Entdemokratisierung“ der Kirchengemeinden.

Der Gesetzentwurf zur Kirchenbezirksreform sieht vor, die nurmehr vier Kirchenbezirke als „Mittelzentren“ mit klarer Leitungs-, Personal- und Finanzverantwortung für jeweils rund 75.000 Gemeindemitglieder aufzubauen. Bis spätestens 2030 sollen zudem eine gemeinsame Kirchenverwaltung und ein gemeinsamer Träger für die rund 240 evangelischen Kindertagesstätten in der Pfalz und Saarpfalz errichtet werden.

Mit einer Erklärung sprach sich die Synode gegen den wachsenden Extremismus in der Gesellschaft aus. Zudem kündigte Oberkirchenrat Markus Jäckle mit Blick auf die Presbyteriumswahlen 2026 eine Handreichung der Landeskirche für die Kirchengemeinden zum Umgang mit Rechtsextremismus am Beispiel der AfD an.

#Juliane Danz wird neue Finanzdezernentin

Mit der 38-jährigen Finanzwirtin Juliane Danz aus Weisenheim am Sand wählte die Synode eine neue weltliche Oberkirchenrätin. Danz wird für das gesamte Finanz-, Verwaltungs- und Bauwesen der Landeskirche zuständig sein. Synodalpräsident Hermann Lorenz würdigte die scheidende Oberkirchenrätin Karin Kessel als „eine Quelle der Weisheit“, die in ihrer langen Amtszeit mit hohem Fachwissen geglänzt habe.

Die Pfälzer Kirche will mit ihrem im Herbst 2023 gestarteten Transformationsprozess (bisher: Priorisierungsprozess) ihre Strukturen umbauen und dadurch trotz sinkender Mitgliederzahlen und schwindender Finanzkraft zukunftsfähig bleiben. Bis 2035 soll die Neuaufstellung abgeschlossen sein, 45 Prozent des landeskirchlichen Haushalts - rund 60 Millionen Euro - sollen eingespart werden.

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