Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer war der letzte deutsche Spitzenpolitiker, den Papst Franziskus in Privataudienz empfing. Er erinnert an den besonderen Humor des Argentiniers.
Papst Franziskus hat dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) bei seiner Privataudienz im Februar eine Gesamtausgabe seiner Veröffentlichung geschenkt – und das zugleich selbstironisch kommentiert: “Er hat mich angelacht und gesagt, wenn ich die Bücher nicht lesen möchte, könne ich sie auch unter den Schreibtisch schieben, wenn er wackelt”, erzählte Schweitzer am Mittwoch in einem Interview des Kölner “Domradio”. Der Politiker beschrieb Franziskus als charismatisch und unprätentiös. “Sehr sympathisch, mit einem spitzbübischen Humor.”
Als künftigen Papst erhofft sich Schweitzer ein dialogbereites Kirchenoberhaupt. “Ich wünsche mir als Katholik, dass wir einen aufgeschlossenen Papst bekommen. Einen Papst, der den Einzelnen nicht aus dem Blick verliert, der die Welt insgesamt sieht, so wie es der verstorbene Papst Franziskus verstanden hat.”
Wichtig sei, dass der nächste Papst sich nicht aus Debatten zurückziehe, sondern sie annehme und führe. “Ich glaube, es ist das, was viele Menschen von ihrer Kirche erwarten”, sagte Schweitzer. Er hatte Franziskus Anfang Februar, kurz vor der Einlieferung ins Gemelli-Krankenhaus, im Vatikan getroffen. Schweitzer war damit der letzte deutsche Politiker mit einer Privataudienz.
Franziskus starb am Ostermontag nach langer Erkrankung und nach einem Schlaganfall im Alter von 88 Jahren. Er wird am Samstag in Rom beigesetzt.