Im Libanon traf Papst Leo XIV. auch die religiösen und politischen Führer der Schiiten, deren militärischer Arm die Hisbollah-Miliz ist. Er hofft, dass die ihren bewaffneten Kampf aufgibt.
Papst Leo XIV. hofft nach seiner Libanon-Reise auf eine friedlichere Zukunft für die libanesische Schiiten-Partei Hisbollah. Auf dem Rückflug von Beirut nach Rom sagte er am Dienstag auf Journalistenfragen, Ziel der Kirche sei, die Parteien zu überzeugen, die Waffen niederzulegen und im Dialog Lösungen ohne Gewalt zu finden. Daran arbeite der Vatikan nicht in der Öffentlichkeit, sondern “hinter den Kulissen”.
Der Papst hatte in Beirut unter anderem die obersten politischen und religiösen Vertreter der Schiiten getroffen und mit ihnen gesprochen. Die Schiiten-Miliz Hisbollah ist die einzige der früheren libanesischen Bürgerkriegsparteien, die weiterhin schwer bewaffnet ist und vor allem gegen Israel kämpft.
Die Hisbollah-Miliz wird vor allem vom Iran finanziell und militärisch unterstützt und von Israel mit gezielten Luftschlägen und Attacken gegen ihr Führungspersonal bekämpft. Die anderen konfessionellen Gruppierungen im Land, darunter auch die früheren christlichen Milizen, sind nach dem Ende des Bürgerkriegs 1990 schrittweise wieder zu unbewaffneten politischen Parteien geworden.