Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor einem Rückgang humanitärer Unterstützung in der Ukraine. Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges würden nationale und internationale Hilfsorganisationen entscheidend dazu beitragen, den Menschen vor Ort zu helfen, sagte der Leiter der evangelischen Organisation, Martin Keßler. Gleichzeitig sei diese Hilfe derzeit so gefährdet wie nie zuvor. Global würden Mittel für die humanitäre Hilfe gekürzt.
Ukraine-Hilfe leidet unter massiven Finanzkürzungen
Die Einsparungen rissen massive Lücken in die humanitären Hilfsprogramme, sagte Keßler. Standen im ersten Kriegsjahr 2022 noch rund 3,5 Milliarden Euro für solche Programme zur Verfügung, seien es im vergangenen Jahr nur noch 1,2 Milliarden Euro gewesen. Auch bei den Spendeneinnahmen gebe es nach anfangs sehr großer Hilfsbereitschaft eine sinkende Tendenz.
Keßler zeichnete nach einem Besuch in Kiew in der vergangenen Woche ein düsteres Bild der humanitären Lage in der Ukraine. Hunderttausende Menschen seien dort bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Strom, ohne Wasser und ohne Heizung. Russland habe seit Wintereinbruch mehr als 250 Heiz- und Stromkraftwerke attackiert. Dies sei völkerrechtswidrig und verursache unverhältnismäßig viel Leid für die Zivilbevölkerung.
Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor wachsender Not
Der Leiter des Kiewer Büros der Diakonie Katastrophenhilfe, Andrij Waskowycz, sprach vom bisher schwersten Winter seit Beginn des Krieges. Staatliche Strukturen in der Ukraine seien vielfach nicht mehr in der Lage, allen Menschen zu helfen. Umso nötiger sei Hilfe von außen. Rund 15 Millionen Menschen seien auf psychosoziale Hilfen angewiesen.
