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Ordensfrau und Autorin fordert “Mutausbruch” in der Kirche

Sie sagt von sich selbst, sie sei “verliebt in Gott und die Menschen”; doch sie kennt auch krisenhafte Momente. Über den Umgang damit hat Schwester Teresa ein Buch geschrieben. An die Kirche hat sie einen klaren Wunsch.

Mehr beten, mehr in der Bibel lesen, mehr genießen: Dazu rät die Buchautorin und Ordensschwester Teresa Zukic. “Ich kann doch niemanden begeistern, wenn ich nicht selber begeistert bin”, sagte sie in der neuen Ausgabe des Podcasts Himmelklar (Mittwoch). Sie habe im Christentum derzeit den Eindruck: “Wir sind so müde. Die Priester sind müde. Die Gemeinde ist müde. Alle sind so müde und wissen nicht weiter.”

Gott jedoch werde nicht müde, betonte die Religionspädagogin. Manchen Christen wolle sie zurufen: “Kannst du deinem Gesicht sagen, dass du Christ bist – einmal die Woche vielleicht?” Schließlich gehörten Freude und Humor dazu, wenn man von der “großartigen Botschaft” überzeugt sei.

Es brauche einen “Mutausbruch” in der Kirche. “Wir haben das vergessen, dass es Gott noch gibt”, sagte Zukic. “Wir müssen wieder das Gute wagen – auch mit sich selbst.” Dies klinge leicht, sei aber schwer und manchmal herausfordernd. Auch sie könne das Leid nicht lösen und keinen Krieg beenden. “Ich kann aber jeden Tag versuchen, ein bisschen mehr zu lieben, froh und dankbar zu sein und die Welt zu verzaubern.”

Zukic, geboren 1964 im kroatischen Slavonski Brod, war in ihrer Kindheit und Jugend Leistungssportlerin, bevor sie in den Orden der Vinzentinerinnen eintrat. Seit 2011 gehört sie zur Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu im Erzbistum Bamberg. 2023 erschien ihr Buch “Vergiss das Schöne nicht! Mit Lebensfreude Krisen meistern”.