Wer erfolgreich sein will, muss immer etwas mehr tun als das Minimum: Davon ist der deutsche Fußball-EM Held von 1996 überzeugt. Speziell von der Politik erwartet er größere Anstrengungen.
Der einstige Fußball-Profi und jetzige Sportfunktionär Oliver Bierhoff geht hart mit den politischen Verantwortungsträgern in Deutschland ins Gericht. Diese liefern aus seiner Sicht eine Leistung ab, die bei Privatmenschen niemals akzeptiert würde, sagte der studierte Diplom-Kaufmann der "Süddeutschen Zeitung". "Ein einzelner Mensch kann doch nicht immer mehr Schulden machen, alle Probleme immer aufschieben und keinen Plan haben, wie er da wieder rauskommt."
Die Ausgabenpolitik, die Staatsquote, die riesige Zahl an Beamten, das gehe doch so nicht weiter, gab der 57-jährige Bierhoff zu bedenken. Als Beispiel verwies er auf die Renten-Debatte: "Das weiß man seit zehn, 15 Jahren, dass dieses Problem auf uns zukommt. Aber es ist nichts passiert."
Auf die Frage, ob es etwas gebe, das alle erfolgreichen Menschen gemeinsam hätten, antwortete Bierhoff: "Das richtige Mindset." Zum Erfolg gebe es keine Abkürzung, egal in welchem Bereich. Es gehe immer um Vorbereitung, Planung, harte Arbeit sowie um die Bereitschaft, mehr zu tun als das absolute Minimum. "Das ist auch, was uns in Deutschland insgesamt derzeit fehlt", kritisierte der Sportfunktionär.