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Olga Martynova wird Dresdner Stadtschreiberin 2026

Die russisch-deutsche Autorin Olga Martynova wird 2026 Dresdner Stadtschreiberin. Die Lyrikerin, Essayistin und Romanautorin werde ihre Antrittslesung in der Elbestadt voraussichtlich im Juni 2026 absolvieren, teilte die Stadtverwaltung Dresden am Montag mit. Sie folgt auf den Schriftsteller und Publizisten, Alexander Estis, der in diesem Jahr Dresdner Stadtschreiber ist.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) erklärte, Martynova vereine in ihrem Werk „das Poetische mit dem Philosophischen, das Nachdenken über Erinnerung und Sprache mit einem feinen Sinn für Zwischentöne“. Ihre Texte würden aus der Erfahrung zweier Kulturen und Sprachen entstehen und seien tief in der europäischen Literaturtradition verwurzelt.

Die 1962 in Sibirien geborene Autorin erhält wie ihre Vorgängerinnen und Vorgänger für sechs Monate ein Stadtschreiber-Stipendium. Damit verbunden sind eine monatliche finanzielle Unterstützung sowie eine mietfreie Wohnung in Dresden.

Martynova wuchs in Leningrad (heute: St. Petersburg) auf. Seit 1991 lebt sie in Deutschland. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Oleg Jurjew (1959- 2018), habe sie den literarischen Dialog zwischen russischer und deutscher Gegenwartsliteratur maßgeblich mitgeprägt, hieß es. Ihre Gedichte, Essays und Romane sind laut Stadtverwaltung unter anderem von „poetischer Präzision“ gekennzeichnet. Ihre Themen kreisten um Erinnerung, Sprache, Migration und das Verhältnis von Kunst und Geschichte. Das Stadtschreiber-Stipendium wird in Dresden seit 1996 jährlich vergeben.