Das Oberste Gericht in den USA hat die Berufung der Ex-Standesbeamtin Kim Davis abgewiesen, die sich aus religiösen Gründen 2015 geweigert hatte, homosexuellen Paaren Trauscheine auszustellen. Davis hatte in ihrem Berufungsantrag vorgebracht, es gehe bei dem Fall um ihre Glaubensfreiheit. Ein Gericht bewertete das damals als rechtswidrig. Davis kam für mehrere Tage in Beugehaft und wurde verurteilt, einem betroffenen Paar 360.000 Dollar Schadensersatz und Anwaltskosten zu zahlen.
In den USA brauchen Paare zum standesamtlichen und kirchlichen Heiraten einen amtlichen Trauschein. Als leitende Verwaltungsbeamtin im 23.000 Einwohner zählenden Landkreis Rowan im Bundesstaat Kentucky war Davis zuständig für Heiratsdokumente. Sie hatte mehrere Paare weggeschickt und berief sich dabei auf die „Autorität Gottes“. Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt. Namhafte republikanische Politiker verteidigten Davis. Für manche konservative Christen war sie eine Vorkämpferin für Religionsfreiheit.
