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“Obermessdiener”: Legte Kirchenkritik immer Kardinal Lehmann vor

Bundesweiten Bekanntheitsgrad erlangte Andreas Schmitt mit der Fernsehsendung “Mainz bleibt Mainz”. Nun äußert sich der “Obermessdiener” zur Kirche – und seiner Kritik an ihr.

Der als “Obermessdiener” bekannt gewordene Mainzer Fastnachter Andreas Schmitt ist der Ansicht, dass in der katholischen Kirche noch “aufgeräumt” werden müsse. “Ich bin bekennender Christ. Aber es fällt mir nicht schwer, die katholische Kirche zu kritisieren”, sagte Schmitt in einem Interview mit dem Onlineportal Merkurist am Mittwoch.

Dabei verwies Schmitt auch auf den früheren Mainzer Kardinal Karl Lehmann. Wann immer er in vorbereiteten Reden Kritik an der Kirche geäußert habe, habe Lehmann vorab eine Textvorlage erhalten. Diese sei von Lehmann, der von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz war und 2018 starb, stets akzeptiert worden, so Schmitt. Der Fastnachter ist seit 1976 im Mainzer Karneval aktiv und wurde 2014 bundesweit als Vorsitzender der Fernsehsendung “Mainz bleibt Mainz” bekannt. Im vergangenen Jahr musste er krankheitsbedingt pausieren.

Inzwischen ist Schmitt zurück auf der Bühne. In dem Interview äußerte er sich auch zu politischen Entwicklungen. Mit Blick auf die Bundespolitik, die bevorstehende Landtagswahl und das Erstarken der AfD sprach er von einer “besorgniserregenden Entwicklung”. Er sei fest davon überzeugt, dass sich Geschichte nicht wiederholen dürfe. “Die demokratischen Kräfte sollten daher zusammenstehen”, sagte Schmitt. Er selbst wolle dazu seinen Beitrag im Mainzer Karneval leisten und sich klar dagegen positionieren. “Der Mainzer Karneval war schon immer hochpolitisch und durch und durch demokratisch”, betonte Schmitt.