Die bayerische evangelische Landessynode hat mit großer Mehrheit den landeskirchlichen Haushalt 2026 verabschiedet. 82 Synodale stimmten mit Ja gestimmt, sechs dagegen, eine Person enthielt sich, wie Synodal-Vizepräsident Walter Schnell am Mittwoch nach der Abstimmung bei der Herbsttagung in Amberg bekanntgab. Der landeskirchliche Finanzchef Patrick de La Lanne hatte den Haushaltsplan am Montag vorgestellt. Unterm Strich steht ein Jahresergebnis von 8,1 Millionen Euro.
Die Landeskirche plant 2026 mit Erträgen von 967 Millionen Euro. Neben den Kirchensteuereinnahmen von 770 Millionen Euro setzen sie sich unter anderem aus kirchlicher und diakonischer Arbeit (75,3 Millionen Euro), Vermögensverwaltung (62,1 Millionen Euro), Zuschüssen Dritter (41,4 Millionen Euro) und Spenden (3,2 Millionen Euro) zusammen. Ihnen stehen Aufwendungen in Höhe von 959 Millionen Euro gegenüber. Allein 65 Prozent von ihnen gehen auf das Konto von „Pfarrdienst / Leben in Gemeinden“ (627,3 Millionen Euro). Danach folgen „Gesamtkirchliche Aufgaben“ (104,6 Millionen Euro) und „Leitung, Verwaltung, zentrale Aufgaben“ (80,7 Millionen Euro).
Zugleich hatte de La Lanne am Montag die Synode auf den anstehenden Transformationsprozess der Landeskirche eingestimmt. Für kommendes Jahr rechnet er nochmals mit stabilen Kirchensteuereinnahmen, diese machten etwa 80 Prozent der gesamten Erträge der bayerischen evangelischen Landeskirche aus. Ab 2027 erwartet er aber mit einem deutlichen Rückgang: Bis 2035 werde sich der Finanzrahmen der Landeskirche um 40 Prozent reduzieren; die Zahl der Mitglieder werde auf 1,2 bis 1,5 Millionen Mitglieder sinken. Zum Vergleich: Aktuell hat die Landeskirche noch etwa zwei Millionen Mitglieder.
Um diesen Prozess der Transformation zu gestalten, plädierte de La Lanne für eine wirkungsorientierte Finanzplanung. Das bedeute, dass Schwerpunkte für die kirchliche Arbeit gesetzt, im Gegenzug aber auch Aufgaben gestrichen werden müssten. Der Landeskirchenrat wolle bis Frühjahr 2026 solche Schwerpunkte erarbeiten, um dann mit der Synode in einen Dialogprozess einzusteigen, kündigte de La Lanne an. Er halte dieses Vorgehen für behutsamer und für einen „Weg für die Zukunft“. Pauschale Kürzungen von 30 Prozent in allen Arbeitsfeldern, wie etwa in der württembergischen Landeskirche, hingegen seien „brutal“. (3738/26.11.2025)