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Nürnberg bekommt 27 neue Stolpersteine in Erinnerung an NS-Opfer

Am 24. und 25. Oktober werden an acht Stellen im Nürnberger Stadtgebiet 27 Stolpersteine für jüdische Nürnbergerinnen und Nürnberger verlegt. Wie der Verein „Geschichte für alle“ am Dienstag mitteilte, gehört zu den Menschen, an die erinnert wird, auch Dr. Richard Kohn, der mit seiner Familie in der Campestraße 10 lebte. Er führte die Geschäfte des traditionsreichen Bankhauses Kohn – zeitweise die bedeutendste Privatbank in Bayern. 1938/39 wurde die Familie Kohn „arisiert“, hieß es. Man raubte ihnen die Villa und die Bank, an deren Stelle heute die Drogerie Müller gegenüber der Lorenzkirche steht. Völlig verarmt wurden die Kohns 1941 deportiert und ermordet.

Ebenfalls einen Stolperstein erhält Walther Bensemann, der der Mitteilung zufolge vor 1933 mehrere Jahre im Grand Hotel in Nürnberg lebte. Er war der Gründer der Fußball-Zeitschrift „Der Kicker“ und Mitbegründer des Deutschen Fußballbundes (DFB). Nach Hitlers Machtübernahme emigrierte er in die Schweiz und starb dort im November 1934.

Die Stolpersteine des Bildhauers Gunter Demnig sind das größte dezentrale Denkmal der Welt. In über 1.600 Städten und Dörfern in Deutschland und 26 weiteren Ländern Europas erinnern die Gedenksteine an Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. In Nürnberg wurden laut dem Verein „Geschichte für alle“ seit dem Jahr 2004 über 200 Stolpersteine verlegt. (3184/14.10.2025)